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Oktober 13, 2016 fritz

Noch 29 Tage bis zur Stafettenlesung der „Ästhetik des Widerstands“

ProzessAuschwitzPeterWeiss

Prozess Auschwitz Peter Weiss: Elisabeth Englert und Edgar Böhlke in Ulrich Mecklers szenischer Collage Foto: Privat

Symposium in Frankfurt: Peter Weiss und der Auschwitz-Prozess

Eine Veranstaltung zum 100. Geburtstag des Autors Peter Weiss findet in Frankfurt am Main am 8. November 2016 im Gallus-Theater in der Kleyerstraße 15 statt. Zunächst kommen am tatsächlichen Geburtstag des 1916 geborenen und 1982 verstorbenen Schriftstellers und Künstlers Peter Weiss eine ganze Reihe von Experte zu einem Symposium zusammen. Es ist uns ein besonderes Bedürfnis auf diese Veranstaltung hinzuweisen, zumal wir bei der Vorbereitung unserer eigenen Veranstaltung mit dem Gallus-Theater wunderbar zusammengearbeitet haben – Barbara Englert, Ulrich Meckler und Edgar Böhlke haben für uns Passagen aus der Ästhetik des Widerstands eingelesen. Aber auch der Fokus auf dem Frankfurter Geschehen der Mittsechziger Jahre ist uns enorm wichtig, als dort nämlich, beginnend 1963, auf Drängen des damaligen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer die Auschwitzprozesse stattfanden. Peter Weiss war von dem Ereignis tief erschüttert, es hat ihn zu seinem Theaterstück „Die Ermittlung“ angeregt, das zu den wichtigsten Werken seines Schaffens zählt.

Auf dem Programm des Symposiums von 17 – 19.30 Uhr stehen:

Reiner Diederich: Einführung und Moderation

Ulrich Meckler: Auschwitz als „Glutkern seines Schaffens“: ein bebilderter Überblick über das Werk.

Karl-Heinz Braun: „Die Ermittlung“ – in hochpolitisiertem Terrain: Der Autor in der geteilten Welt.

Werner Renz: Fritz Bauer und Peter Weiss: Theater als moralische Anstalt oder Oratorium des Schreckens ?

Gunilla Palmstierna-Weiss: Mein Leben mit Peter Weiss (Videoaufzeichnung eines Interviews im Rahmen der Vorbereitung der Stafettenlesung in Rostock vom 11.-13.11.)

Im Anschluss daran ist um 20 Uhr eine szenische Collage mit dem Titel „Prozess Auschwitz Peter Weiss“ zu sehen, inszeniert von Ulrich Meckler mit Edgar M. Böhlke und Barbara Englert. Den Chor zum Stück bilden Christine Dreier, Doris Fisch, Elisabeth Uloth, die Musik stammt von Beate Jatzkowski

Im Programm heißt es: „Am 8. November wäre Peter Weiss einhundert Jahre alt geworden. Dies nehmen die KunstGesellschaft Frankfurt und Theater Prozess zum Anlass, sich mit Werk und Autor zu befassen, wobei sie seine Auseinandersetzung mit dem Auschwitz-Komplex ins Zentrum stellen. Nach dem Symposium gibt es eine Wiederaufführung von Theater Prozess mit seiner Collage aus dem Werk von Peter Weiss, die die verschiedenen ästhetischen Formen der Auseinandersetzung mit dem Auschwitz-Komplex im Werk von Peter Weiss aufnimmt. Mit der szenischen Collage aus dem Werk von Peter Weiss haben wir im November 2013 an den Frankfurter Auschwitz Prozess (1963-1965) erinnert. Das Theater-Projekt »Prozess Auschwitz Peter Weiss« verwendet verschiedene Texte von Peter Weiss, der als Zuhörer an dem Prozess teilgenommen hat. Er war für ihn ein entscheidender Wendepunkt in seinem Selbstverständnis als aus Deutschland emigrierter Autor mit jüdischen Wurzeln. In seinem weltweit aufgeführten und zum Standardrepertoire des Nachkriegstheaters zählenden Stück »Die Ermittlung« hat er dem Frankfurter Auschwitz-Prozess ein literarisches Denkmal gesetzt. Auch in seinem epischen Hauptwerk, der »Ästhetik des Widerstands«, ist die Vernichtung der europäischen Juden eines der großen Themen. Das posthum aufgeführte Werk »Inferno« behandelt die Auseinandersetzung der Nachkriegsgesellschaft mit der Shoah. Der Text »Meine Ortschaft«, in dem er einen Besuch in Auschwitz beschreibt, entstand im Zusammenhang mit dem Frankfurter Auschwitz-Prozess. Texte aus diesen Werken sind die Grundlage der szenischen Collage.“

Anschließend an die Aufführung ist ein Publikumsgespräch mit den Mitwirkenden vorgesehen.

Veranstalter sind die „KunstGesellschaft Frankfurt“ und „TheaterProzess“

 

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