23

23
Oktober 19, 2016 fritz

Zitat Nr. 19

„Rosalinde wandte sich gegen meine Erklärung, daß der Verworrenheit unsrer Tage mit nüchterner Beurteilung beizukommen sei, daß sich das Grauen, die Fehlschaltungen und Schockwirkungen wie gewöhnliche Vorgänge zerlegen ließen. Nichts Wünschenswertes wollte sie in dem Anpassungsvermögen an den verschrobnen Zustand sehn. Diesen wie etwas Gültiges zu behandeln, das wäre ein Nachgeben, eine Kapitulation vor der Terrorisierung des Denkens. Wenn ein Krieg kommt, sagte sie, so kommt er nicht, weil es uns nicht gelungen ist, genügend auf die Entstellungen einzugehn, sondern weil wir uns viel zu viel mit ihnen abgegeben haben.“

(Suhrkamp-Ausgabe in einem Band, Frankfurt am Main 1983, Band II, S. 171)

0 Kommentare

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.