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August 5, 2016 fritz
FritzTaglaching30.7.2016

Peter-Weiss-Fan Fritz Burschel sucht Entspannung auch schon mal in einem oberbayerischen Biergarten. Foto: Viktor

„Ästhetik des Widerstands“ als Lesemarathon: Warum, wieso, weshalb

Fritz Burschel ist der Projektverantwortliche für die Stafettenlesung bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Eigentlich kümmert er sich dort um den Schwerpunkt Neonazismus und Ideologien der Ungleichwertigkeit: Mit seinem Engagement für das Peter-Weiss-Projekt will er sich nicht nur ein künstlerisches Gegengewicht zu den trostlosen Erscheinungen seines Themas schaffen, wie dem NSU-Prozess in München, aktuellen Formierungen am rechten Rand und den Tausenden rassistischen Angriffen und Anschlägen auf Geflüchtete. Andererseits besteht er darauf, dass Peter Weiss‘ Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ sehr aktuelle Bezüge anbietet etwa zur Frage antifaschistischen Widerstands und zur Aneignung von Bildung, Wissen und Kunst in diesem Zusammenhang. Freie-Radio-Korrespondentin Wera hat mit ihm darüber gesprochen.

Hier ihre Anmoderation: „Wer derzeit Antifaschismus- und Antirassismus-Arbeit macht, hat viel zu tun und braucht viel Kraft. Eine Möglichkeit, dafür Kraft zu tanken hat sich Fritz Burschel gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung überlegt – ein Wochenende im November zum Gedenken an Peter Weiss, genauer an seinen bekanntesten Roman ‚Die Ästhetik des Widerstands‘. Das 1975 erschienene Buch ist ein dreibändiger historischer Roman. Insgesamt umfasst er 1000 Seiten. Am Wochenende vom 11. bis 13. November soll das Buch komplett vorgetragen werden, ohne Unterbrechung. genannt wird der Lesemarathon Staffettenlesung.
Das Werk ‚Die Ästhetik des Widerstands‘ stellt den Versuch dar, die historischen und gesellschaftlichen Erfahrungen und die ästhetischen und politischen Erkenntnisse der Arbeiterbewegung in den Jahren des Widerstands gegen den Faschismus zum Leben zu erwecken und weiterzugeben. Zentral ist der Gedanke der zu erreichenden Einheit: zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten sowie zwischen der künstlerischen Moderne und der Arbeiterbewegung. Peter Weiss selbst ist 1982 in Stockholm gestorben, 1916 bei Potsdam geboren. Er wäre also in diesem Jahr 100 Jahre alte geworden.
Warum Fritz Burschel gerade zu ihm und seinem bekanntesten Werk ein Wochenende organisiert, worum es da geht und wie dieses Wochenende ablaufen wird, dazu Wera im Gespräch mit Fritz Burschel.“

 

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