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August 4, 2016 fritz
Noch 99 Tage bis zur Stafettenlesung

Wo ist da der Widerstand?

Gregor Gysi findet, dass heute zu wenig Widerstand geleistet wird

Er ist Peter Weiss nicht persönlich begegnet. „Die Ermittlung“, in der Weiss die Frankfurter Auschwitzprozesse als dokumentarisches Theaterstück verarbeitet, erlebte Gregor Gysi in den 1960er Jahren in Berlin. Sein Eindruck von Peter Weiss: „Jemand, der sich ernsthaft und konsequent mit der deutschen Geschichte auseinandersetzt.“ Ihn selbst, Gysi, beschäftigten schon als Kind Fragen, wie man sich wohl selbst in der Zeit des Naziregimes verhalten hätte. Hinter der Frage stecken für ihn höchst komplizierte, persönliche Entscheidungen und letztlich auch Fragen der Ästhetik des Widerstands. Er schätzt, dass die große Mehrheit keinen Widerstand leisten könne und sie denen, die widerstehen, das sogar Übel nehme, insofern sie sich vorgeführt fühlt. In der Ästhetik des Widerstands sieht Gysi Möglichkeiten diejenigen zu würdigen, die eben im Unterschied zu einem selbst, Widerstand geleistet zu haben. Für Gregor Gysi ist die Frage von Widerstand sehr aktuell: Wo ist heute (linker) Widerstand gegen nicht hinnehmbare gesellschaftliche Zustände, insbesondere von denen, die ihn ohne Gefahr leisten könnten?

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