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Oktober 21, 2016 fritz

Nur noch drei Wochen bis zur Stafettenlesung

„Wie wär’s ausgegangen, wenn die zusammengehalten hätten“

Der Sänger der Band Feine Sahne Fischfilet Monchi hat von Peter Weiss zum ersten Mal gehört, als das Peter-Weiss-Haus in Rostock gegründet würde. Er hat noch nie etwas von Peter Weiss gelesen, geht aber davon aus, dass die Leute, die ihn politisch beeinflusst haben, unter starken Einfluss Peter Weiss‘ gestanden sind. Monchi hat für die Stafettenlesung schon seinen Part eingelesen und für den Roman „Ästhetik des Widerstands“ Feuer gefangen. Er sagt: „Somit Danke an Peter!“ Eigentlich sind es definitiv jüngere Leute wie Monchi, die das Projekt der Stafettenlesung erreichen will, und wir haben uns sehr gefreut, das Monchi darauf angesprungen ist.

Aus seinem Part, der sich vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs im Roman entfaltet, weckt in ihm Assoziationen zu heute. Aber das, was er gelesen hat, fand er sehr bewegend: „Ich finde das beeindruckend, wie man das auf heute beziehen kann in vielerlei Hinsicht.“ Er wolle nicht die heutige Zeit mit dem Spanischen Bürgerkrieg vergleichen, aber da gebe es schon Sachen, die sich irgendwie gleichen würden: „Das, was ich da für mich rausnehme: Die Kacke is am Dampfen und die Zecken, die antifaschistischen, die Antifaschisten verballern sich noch wegen irgendwelcher Kleinigkeiten. Draußen brennt die Welt und ihr streitet Euch um irgendeinen Scheiß, über irgendwelche persönlichen Befindlichkeiten.“ Auch Streit sei ja gut und schön, aber dann nicht zu sehen, dass man sich in bestimmten Situation gemeinsam gerade zu machen habe und vielleicht, dass es mehr gebe, was einen eine als was einen trenne, das lasse sich sehr gut auf die heutige Zeit übertragen, sagt Monchi. Angesichts der Tatsache, dass die Faschisten immer weiter voran kämen, sei das beängstigend, wie sich Geschichte zumindest in gewissen Teilen wiederhole oder wie wenig man selber aus der Geschichte ziehe: „Das sollte vielleicht zu denken geben, einem selber, anderen Leuten, wie erbärmlich das ist, in solchen Zeiten nur das zu suchen, was einen trennt, und nicht das, was einen eint mit allen Verschiedenheiten.“ Wie wäre das ausgegangen, wenn die zusammengehalten hätten. Das hätte doch nicht nur in Spanien Signalwirkung gehabt, mutmaßt Monchi. Der Spanische Bürgerkrieg sei von 1936 bis 1939 gegangen, einer hoch brisanten Zeit: „Bleibt die Frage, wie wär’s gelaufen, wenn die Jungs und Mädels da wirklich Seite an Seite gegangen wären?“

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