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September 2, 2016 fritz

Noch 70 Tage bis zur Stafettenlesung der „‚Ästhetik des Widerstands“

Katja Kipping zum Roman: Das ganz große „Trotz alledem“

Auch die Bundesvorsitzende der Partei Die LINKE, Katja Kipping, hat für uns einen Abschnitt des Romans „Die Ästhetik des Widerstands“ für die Stafettenlesung im November in Rostock eingelesen und uns Fragen zu ihrem Verhältnis zu Peter Weiss und seinem epochalen Roman beantwortet. Zur Frage, welchen Einfluss Weiss und die „Ästhetik“ auf ihre Arbeit und ihren Werdegang gehabt hätten, sagt sie, sie seien „immer eine Quelle der Motivation“ gewesen, „gerade wenn’s mal etwas knirscht“. Es sei nicht beim einmaligen Lesen geblieben. Sie habe immer mal wieder reingeschaut und nachgeblättert, oft wenn sie etwa eine Schreibblockade gehabt habe. Dann nehme sie sich einfach das Buch, ziehe sich irgendwo zurück und lese – und dann komme eine Idee, die gar nicht unbedingt was mit dem Buch zu tun haben müsse. Katja Kipping  bekennt, dass ihr der Roman auch geholfen habe in Situationen, „wo ich echt mal verzweifelt war: Wir hatte einen Konflikt in der Partei, ich fühlte mich ungerecht behandelt. Ich habe mich dann ’ne Weile zurückgezogen und auch nochmal die Ästhetik gelesen. Das hat mich unglaublich aufgebaut, weil (…) was ja die Ästhetik des Widerstands prägt, ist ja ein ganz großes ‚Trotz alledem’“. Es werde darin nichts schöngefärbt, sagt Kipping, was die Geschichte der Sozialist_innen und Kommunist_innen anbelangt. Es würden auch alle Tiefen ausgeleuchtet. Und dennoch stehe am Ende des Buches ein „Trotz alledem“: „Wir sind verbunden mit einer großen Geschichte mit vielen Tiefen, die man aber unbedingt fortführen muss“.

 

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